Greenpeace zeigt geplante Gen-Mais-Anbaugebiete im Internet
Monday, February 11th, 2008Unter www.greenpeace.de/gen-mais-karte kann jeder nachsehen, wo Gen-Mais angebaut werden soll. Grundlage sind die im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Daten.
Etwa 4.300 Hektar wurden registriert. Für diese Fläche erhalten die Gen-Bauern finanzielle Zuschüsse von der EU, so Greenpeace. Nach Berechnungen von Greenpeace belaufen Zuschüsse auf etwa 1,2 Millionen Euro, wobei rund 70 Prozent der Bevölkerung Subventionen für den Anbau von genmanipulierten Pflanzen ablehnen, so Greenpeace unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage.
“Die Prognosen der Gentechnik-Industrie sind nicht eingetreten”, sagt Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. “Die angemeldete Fläche für Gen-Mais hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht dramatisch ausgeweitet. Auch in diesem Jahr wird der Anbau von Gen-Mais die Ausnahme bleiben und konzentriert sich auf einige wenige Landwirte und Regionen”.
In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass nicht auf der gesamten registrierten Fläche Gen-Mais angebaut wird. Im Jahr 2007 wurden auf rund 1.000 Hektar weniger Gen-Mais angebaut, als zunächst im Standortregister angemeldet waren. Felder, auf denen Gen-Mais angebaut werden soll, müssen bis drei Monate vor der Aussaat gemeldet werden. Ob sich jedoch alle Landwirte an geltendes Recht halten und ihre Gen-Felder melden, ist unklar. Vergangenes Jahr deckte Greenpeace den illegalen Anbau von Gen-Mais auf.
Mit über 120 Hektar angemeldeter Fläche im Raum Würzburg/Bayern, wird 2008 erstmals auch in Westdeutschland von Landwirten kommerziell Gen-Mais angebaut. Bisher beschränkte sich der Anbau von Gen-Mais in den westlichen Bundesländern auf Sortenversuche oder Versuchsanbau von staatlichen Einrichtungen oder der Gentechnik-Industrie. Dabei ist die Ablehnung der Gentechnik in Bayern besonders stark. Zahlreiche bayerische Landwirte sind aktiv und haben sich in über 45 Initiativen zu “gentechnikfreien Regionen” zusammen geschlossen. Auch die Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes lehnen in einem gemeinsam veröffentlichten Statement den kommerziellen Anbau von Gen-Pflanzen ab.